Spielend Afrika entdecken

In Osnabrück stand im Juni 2014 erneut Afrika im Mittelpunkt, das diesjährige Thema lautete „At Home Abroad – Zuhause in der Welt“. Auch beim neunten Festival gab es diverse Veranstaltungen, die die Stadt Osnabrück in Kooperation mit vielen Partnerorganisationen durchführt. „Afrika macht Schule“ ist einer der Bausteine des Programms, mit dem sich der Verein FOKUS beteiligte. Im Rahmen dessen fanden interkulturelle Workshops und Projekte statt, die dazu einluden, Afrika auf andere Weise zu entdecken.

Die folgenden kurzen Beschreibungen liefern einen Überblick über die Angebote, Termine sind nur für die jeweiligen Angebote aufgelistet, die für die Öffentlichkeit zugänglich waren.


Märchen aus Afrika

Märchenerzählungen für Kinder mit Ibrahim Ndiaye (Senegal)

Märchen, Fabeln, und Geschichten gehören in Afrikanischen Ländern seit jeher zur mündlichen Erzähltradition. Ibrahim Ndiaye aus dem Senegal versteht es wiekein anderer, Kinder in seinen Bann zu ziehen und sie aktiv in die Erzählungen mit einzubeziehen. Seine Fabeln erzählen von Freundschaft und Liebe aber auch von Intrigen und Neid. Doch was wäre ein Märchen, wenn am Ende nicht das Gute siegt. Mit Musik und komödi-antischen Einlagen fasziniert er die jungen Zuhörer und hat schnell die Lacher auf seiner Seite. Aber nicht nur seine Geschichten sind spannend, sondern auch seine Erzählungen über das alltägliche Leben im Senegal. Auf diese Weise vermittelt er etwas über die unterschiedlichen Kulturen in seinem Land und zeigt die Unterschiede zwischen Stadt und Land, Tradition und Moderne.

KUFUNA KIFARU – die Kunst ein Nashorn zu zähmen

Theateraufführung Open Air

Zur Geschichte: Auf einer Parkbank treffen sich ein alter Mann, eine Geschäftsfrau und ein junges afrikanisches Mädchen. Was so harmlos klingt, entwickelt sich zu einem Kampf um Recht und Unrecht, um Respekt, um das Gewohnheitsrecht auf die Bank. Um Freiheit, um alte Vorurteile und eingefahrene Denkweisen. Zu einem wahren Kampf zwischen menschlichen Nashörnern.

Ein Nashorn zu zähmen bedeutet nach einem afrikanischen Sprichwort, etwas Unmögliches zu schaffen. „Kufuna Kifaru“ erzählt, wie drei Menschen verschiedener Generationen in drei verschiedenen Lebenssituationen und drei verschiedenen Sichtweisen der Dinge ihre große Aufgabe “ihr Nashorn zu zähmen“ in Angriff nehmen.

Das Theaterstück wurde vom Musiktheater Lupe in Kooperation mit Help Age e.V. entwickelt. Im Rahmen des Programms von „Afrika macht Schule“ findet am Dienstag, 3.6. eine Open-Air-Aufführung für Kinder im Haus der Jugend statt.


Westafrika erleben

Projekttage

Während der Projekttage gibt Susanne Weise auf vielfältige Weise Einblick in die Kultur und in den Alltag eines Afrikanischen Landes. Sie selbst hat lange in Ghana gelebt und hat von dort einen reichen Erfahrungsschatz mitgebracht. Spielerisch können Kinder erleben, wie Kinder in Afrika leben. Über das gemeinsame Zubereiten von traditionellem Essen wird es einen ersten sinnlich erfahrbaren Zugang geben. Darüber hinaus wird sie erzählen, wie Kinder in Afrika leben, was sie in ihrer Freizeit machen, wie sie zusammen spielen und vieles mehr. Dabei spielt Musik, insbesondere gemeinsames Singen, ebenso eine Rolle wie afrikanische Spiele. Beginnend mit Stoffdruck, anschließendem Verkleiden und einem abschließendem Fotoshooting können mehrere Stationen durchlaufen werden, die eng verknüpft mit der aus Ghana stammenden Symbolsprache Adinkra sind. Diese wird traditionell in allen Bereichen des Lebens – auf Kleidung, auf Hauswänden, Töpferware, Holzwaren usw. – verwendet, sodass jedes Objekt eine eigene Geschichte erzählt. Mit diesen bestehenden oder selbst ausgedachten kreativen Symbolen können die Kinder Stoffe bedrucken. Die Kinder können in die faszinierende Welt Afrikas eintauchen und afrikanische Kultur erleben und genießen.

Philip Oprong Spenner

Lesung

Als Straßenkind in Kenia unter härtesten Bedingungen aufgewachsen, bekam er nach einigen Jahren die Chance, im Kanduyi Children’s Home im Westen Kenias neu anzufangen. Durch Spenden und eine Patenschaft aus Deutschland erhielt er eine gute Bildung und ist mittlerweile Lehrer an einer Hamburger Gesamtschule.

In seinem Buch: „Move on up“ schreibt Philip Oprong Spenner über sein Leben als Straßenkind und seine Erfahrungen in Kenia, dem Kinderheim und später in Deutschland. Sehr eindrücklich werden darin auch die Zustände im Kanduyi Children’s Home geschildert, die damals von Korruption und fehlender Betreuung der Kinder geprägt waren. Dank der Gründung des Kanduyi Children e.V., mit dem er das Kinderheim einige Jahre von Deutschland aus unterstützte, verbesserte sich die Situation zusehends. Heute liegt ein hohes Maß an Transparenz und Fürsorge vor und die Finanzierung wird durch den Staat übernommen – das Ziel einer nachhaltigen Hilfe zur Selbsthilfe wurde erreicht. Seit Mai 2013 bekommen bedürftige Kinder in Westkenia eine Chance auf eine eigenständige Zukunft. Dazu gründete Kanduyi Children e.V. die „Bungoma-Hamburg-Foundation“, welche für Schulgebühren von Kindern aus finanziell armen Verhältnissen aufkommt. Denn Bildung ist die nachhaltigste Form der Hilfe zur Selbsthilfe.

Philip Opring Spenner wird sein Buch „Move on up – Ich kam aus dem Elend und lernte zu leben“ auch der Öffentlichkeit in einer Lesung in der Lagerhalle am 12.6. vorstellen.


Marius Kundler

Lesung „Changamoto: Herausforderung Afrika“

Es gibt noch freie Termine!

Marius Kundler ist derzeit Masterstudent in Osnabrück und nahm am „Weltwärts“-Programm, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), teil. Über seine Erfahrung in Tansania, wohin ihn dieses Programm brachte, und Reisen in angrenzende Länder, die er auf eigene Faust unternahm, schrieb er ein Buch, das im März 2014 erscheint. Daraus wird er in Schulen lesen und mit seinen Erfahrungen zur Diskussion stehen.

Aus dem Inhalt: „Marius Kundler treibt seine ganz eigene Neugier aus der norddeutschen Heimat in den Osten Afrikas. Die Arbeit in einem Heim für behinderte Kinder, das Engagement als Englischlehrer und die Hilfe in einem Krankenhaus bringen ihn unmittelbar mit den Menschen vor Ort in Berührung – aber auch mit ihren Geschichten und den Herausforderungen, denen sie täglich gegenüberstehen. So kommt er immer wieder mit Malaria in Berührung, gerät im Kongo kurzzeitig in Gefangenschaft und lernt bei einer Safari auch die gefährliche Seite der afrikanischen Tierwelt kennen. Und doch zieht die Andersartigkeit Afrikas den mzungu – wie Fremde gerne genannt werden – magisch an. Marius Kundler entdeckt auf seinen Reisen von Tansania über Uganda, Ruanda, Kenia, Malawi, Sansibar und Sambia bis in die Demokratische Republik Kongo einen Kontinent, der ihn fesselt, und lernt Menschen kennen, mit denen er Freundschaft schließt.“


Bücher kennen keine Grenzen – Die Geschichte von M’Toto

Mehrsprachige Lesung

Heißgeliebte Kinderbücher gibt es auf der ganzen Welt – auch in den Osnabrücker Partnerstädten in England, Frankreich, Holland, Portugal, Russland und in der Türkei. Im Rahmen des wöchentlichen „Kinder-Leseclubs mit dem Fantasiemobil“ in der Kinder- und Jugendbibliothek lesen die Osnabrücker StädtebotschafterInnen in ihren Sprachen aus dem Kinderbuch „M’Toto“ von Anne Wilsdorf. M’Toto lebt in Afrika. Ihr größter Wunsch ist es, einmal alleine an den Fluss gehen zu dürfen. Aber wie alle Kinder hat auch sie so manches Abenteuer zu bestehen. Und am Ende findet sie einen ganz besonderen Freund…

Bei der mehrsprachigen Lesung können die kleinen Bücherfans dem Klang der unterschiedlichen Sprachen lauschen, Ähnlichkeiten und Unterschiede zur eigenen Sprache entdecken und auch noch ganz viel Interessantes über den Lebensalltag in den Partnerstädten Angers, Derby, Canakkale, Haarlem, Twer und Vila Real erfahren.

Weitere Infos zur Veranstaltung in der Stadtbibliothek am 19.6. um 17 Uhr.


„ich krieg dich – children affected by war”

Foto-Text-Ausstellung

Ein Tipp für an Afrika interessierte Schulklassen ist die Ausstellung „ich krieg dich – children affected by war”, die vom 4.6. bis 16.7. in der Sparkasse Osnabrück zu sehen ist. Die Ausstellung erzählt aus dem Kriegsalltag von Kindern aus der DR Kongo, Uganda, Afghanistan und dem Libanon und zeigt anhand von konkreten Projekten wie ihre Lebensbedingungen verbessert werden können. Wie sehr sind Kinder von Kriegen betroffen? Was passiert mit ihrem Leben, ihrem Zuhause, ihrer Gesundheit und ihrer Bildung?

Hintergrundinfos

Ort: Sparkasse Osnabrück, Filiale Neumarkt, Wittekindstr. 2-4 in Osnabrück
Öffnungszeiten: während der Öffnungszeiten der Sparkasse